Seit Mitte der 70ger Jahre zieht es mich hinaus in den Wald und die Wildnis. Ich baute mir Lager und fertigte Speere und Bögen und träumte mich in das Leben der Indianer und Trapper wie ich es aus Comic und Fernsehen kannte.
Mit 15 Jahren kam dann zum ersten mal, über die in meinem Heimatort stationierten US-Soldaten, das Wort Survival auf. Aha, meine Lieblingsbeschäftigung hatte also einen Namen bekommen.
Natürlich suchte ich auch in den Buchläden nach Wissenswerten über mein Hobby. Irgendwann stieß ich auf ein Buch mit dem Titel „Survival“. Geschrieben wurde es von einem Konditor aus Hamburg, ein Bäcker dachte ich, was kann der schon über Survival wissen. Eher ablehnend begann ich zu lesen. Aber schon bald merkte ich das da mehr dahinter war als ich zunächst vermutet hatte. Dieser Typ schrieb über Dinge die ich selber schon gemacht hatte, machen wollte und auch Sachen die ich noch gar nicht bedacht hatte.
Ich verschlang das Buch regelrecht und versuchte viele der beschriebenen Aktionen für mich praktisch umzusetzen. Dann kam das Buch „Letz Fetz“ und war genau auf mein damaliges Alter und meinen Tatendrang zugeschnitten! Mit meinen damaligen Freunden, viele aus der Pfadfinderei, ging es sogleich ans Ausleben des Inhaltes. So schlachtete ich mein erstes Kaninchen und meinen ersten Fisch (beide waren gekauft), lernte Feuer ohne technische Hilfsmittel zu entfachen und fertigte meinen ersten Survivalkit. Ich blieb Rüdiger Nehberg ein treuer Leser (natürlich habe ich alle Bücher, viele sogar doppelt und von ihm signiert) und musste über die parallelen unserer Erfahrungen oft auch herzlich lachen. So habe ich kurz nachdem uns ein Jäger in seinem Wald in „Gewahrsam“ nahm, diese Geschichte in ähnlicher Form auch bei ihm lesen.

Dann aber wandelte sich die Ausrichtung bei Rüdiger, er begann sich für die letzten eingeborenen Indianer Brasiliens zu engagieren und startete mehrere Projekte zu deren Rettung. Er prangerte Missstände an und schaffte es letztlich den Indios zu helfen!

Er hatte das „Abenteuer mit Sinn“ geboren.

Und er unterschied sich von anderen in einer ganz speziellen Weise. Er machte selbst! Er prüfte, lernte, testete und bereitete sich gewissenhaft auf seine Unternehmungen vor. Ich erinnere mich noch an die Zeit als er bei der Tretbootaktion als Verschollen galt. Mein Vater meinte damals: Jetzt hat dein „Würmerfresser“ endgültig übertrieben und ist abgesoffen! Mit den Worten „Eher trocknet der Tümpel aus“ schlossen wir eine Wette ab die ich natürlich gewann!

Nachdem die Indios einen relativen Schutz erhalten hatten wendete sich Rüdiger einer neuen, unfassbar grausamen Aufgabe zu. Er schritt gegen die weibliche Genitalverstümmelung zu Felde. Und wieder bewies er um- und Weitsicht und erreichte mit seinen Aktionen unvorstellbar geglaubtes. Ich habe den Menschen Rüdiger Nehberg auf vielen Vorträgen und Diaabenden als Mensch kennenlernen dürfen und schätze ihn sehr, ja ich bin, auch heute noch, sein Fan!

Im Anschluss findet der geneigte Leser eine Bücherliste die ich ohne Wenn und Aber als unbedingt empfehlenswert erachte! (ohne Anspruch auf Vollständigkeit)


Thema Survival

• Survival
• Survival Training
• Letz Fetz
• Medizin Survival
• Survival Lexikon
• Überleben ums Verrecken

Frühe Abenteuerbücher mit starkem Survivalanteil

• Abenteuer am blauen Nil
• Überleben in der Wüste Danakil
• Abenteuer Abenteuer (Blauer Nil und Rudolfsee)

Themenbücher mit speziellem Survivaltraining

• Yanonami
• Die letzte Jagd
• Er selbstgemachte Häuptling
• Mit dem Trettboot über den Atlantik
• Über dem Atlantik und durch den Dschungel (Bammbooraft)
• Mit dem Baum über den Atlantik
• Das Yanomami Massaker
• Abenteuer Urwald

Bücher über den Menschen Nehberg und sein verrücktes Leben

• Echt verrückt
• Die Autobiographie


Ein persönliches Wort:

Lieber Rüdiger,

ich wünsche dir noch lange Jahre Kraft und Gesundheit für deine Aufgaben und Vorhaben. Für die vielen schönen Lese und praktischen „Nachmachstunden“ danke ich dir von ganzem Herzen. Mach bitte weiter so! Ach ja, auf deine Beerdigung komme ich nicht, da du sowieso überlebst (mit deinem Survivalwissen ja kein Problem) stünde ich ungern an einem leeren Grab, während du gerade wieder in der Welt unterwegs bist um etwas zu Retten.

Ganz herzlich Travelmad, alias Ralf Wirth